Architekturfotografie
Klare Linien und geschwungene Formen, Schönheit und Funktionalität, klassisches Handwerk und Moderne - das alles sind Begriffe, die dem Architekten nicht fremd sind und die er bei seiner Arbeit zu vereinbaren sucht. Der Architekturfotograf versucht in seinen Bildern den Gegenstand, das Gebäude - sei es Wohnhaus oder öffentliches Einrichtung - zum Leben zu erwecken.
Die Architekturfotografie unterscheidet sich von anderen fotografischen Disziplinen darin, dass ihr Subjekt sich im Ganzen nur schwer mit der Kamera einfangen lässt. Selbst wenn der Fotograf eine Totaleinstellung wählt, so wird er immer nur eine Seite des Werkes beleuchten können. Wobei Licht und Schatten eine wesentliche Rolle bei der Architekturfotografie spielen. Sie lassen Rückschlüsse auf die Lage des Gebäudes zu, eine nach Süden gerichtete Fensterfront beispielsweise. Ebenso gibt Lichteinfall im Inneren Einblicke nicht nur in den Raum, sondern auch in die Denkweise des Architekten. Die Innenausstattung und Nutzung durch den Menschen sind weitere Aspekte, die der Architekturfotograf berücksichtigt. Dienen architektonische Einzelheiten einem besonderen Zweck? Ist die Treppe nicht nur schön geschwungen, sondern gibt sie dem Raum auch mehr Weite?
In den Schwierigkeiten der Architekturfotografie liegt zugleich ihre Kunst: Ein starres Gebilde so darzustellen, dass man sowohl seine Schönheit und Makel wie auch seine Funktion erkennt. Der Architekturfotograf hat die Möglichkeit, den Architekten und seine Arbeit in seinem Bild widerzuspiegeln und zu bewerten, negativ wie positiv. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, in seinem Bild einen Schritt weiter zu gehen als selbst der Architekt. Er interpretiert das fertige Werk und stellt es in einen Kontext, der nur der Fotograf dem Werk geben kann. Unabhängig von der Epoche der Entstehung des Bauwerks obliegt es dem Fotografen, den Zeitgeist einer anderen Generation in sein künstlerisches Werk zu mischen.
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